Erschwerte Marktbedingungen: Digitalisierung und Multiplex Kinos

 Allmählich breitete sich nach Jahrhundertwende nach langanhaltender reger Geschäftstätigkeit langsam wieder ein Schatten über die Besucherbilanz der Landkinos aus – davon betroffen auch das KINO LAUPEN. Die grossen Multiplex Kinos, wie beispielsweise das Westside, können mit kleinem Personalaufwand verhältnismässig günstige Eintrittspreise (Abos etc.) und eine grosse Filmauswahl garantieren. Daneben zeichnet sich in der Filmindustrie unerwartet rasch der Wandel zu digitaler Projektion ab. Der technische Fortschritt drängt nach Ersatz der 35mm-Filme auf ein neues, qualitativ besseres Format. Der mehr als sechsstellige Betrag ist ein teurer Spass für ein kleines Familienunter-nehmen wie das KINO LAUPEN.

 

Die digitale Wende: Freunde und Helfer des KINO LAUPEN

 Rolf Schorro beweist kurz vor dem technischen Aus seines Herzensprojekts Engagement und stösst bei Freunden, Laupener Geschäftsbetrieben, kulturellen Organisationen und Behörden auf ein offenes Ohr für eine «technische Rundumerneuerung» (Ersatz) der veralteten Kinoprojektoren. Schliesslich kann er das von seiner Grossmutter geerbte Lebenswerk nicht so einfach aufgeben. Am 21. Oktober 2011 ist es dann so weit. Mit dem einstigen Blockbuster «Lion King» findet die erste 3D-Vorstellung im KINO LAUPEN statt. Eine digitale Wende, welche viele in der Region ansässigen Landkinos finanziell nicht bewerkstelligen können. Vieles hat sich verändert, seit Lucretia Herren das erste Mal die Pforten für das breite Publikum öffnete und trotzdem gibt es Dinge und Menschen, die nicht wegzudenken sind, wie das Eis am Stiel während der Kinovorstellung. «Ohne die vielen guten Geister», so Rolf Schorro «wären viele dieser kleinen bis mittelgrossen Krisen schlichtweg nicht überwindbar gewesen».

© Andrea Bettina Schorro